Wie @Ex-Bähnler Reto schon geschrieben hat, sind Busse nicht einfach zu handhaben mit einem Taktfahrplan. Die Fahrzeit kann je nach Verkehrsaufkommen variieren und der Billettverkauf beim Chauffeur macht es nicht einfacher.
Was können die Verantwortlichen tun?
a.) Den Takt auf die Hauptverkehrszeiten ausrichten. Das führt dazu, dass der Bus bei wenig Verkehrsaufkommen Zwischenhalte einlegen muss. Wer an einem Sonntagabend von Laufenburg nach Döttingen fährt, wird mindestens zwei solcher ein- bis zweiminütiger Halte erleben. Das verschlechtert die Fahrzeit in Zeiten mit wenig Verkehr und je nach Strecke werden mehr Fahrzeuge benötigt. Bei einer Fahrzeit von 20 Minuten von A nach B reichen zwei Busse für einen Halbstundentakt. Erhöht man die Fahrzeit auf 25 Minuten, wird es schon knapp. Der Chauffeur braucht ja auch einmal eine kurze Pause. Drei statt zwei Busse kosten 50 % mehr.
b.) Den Takt anpassen. Der Bus fährt dann in den Hauptverkehrszeiten zwar auch um xx:05 in A ab, fährt aber nicht um xx:25 von B, sondern um xx:30 und somit fällt allenfalls ein Anschluss auf den Zug in Bahnhof C weg. Das habe ich mal mit einem Fahrplaner diskutiert und er hat mir sehr deutlich zu verstehen zu geben, dass der Taktfahrplan den Fahrplanern so heilig ist wie die Madonna den Italienern. 🙂
c.) Den Fahrplan grossräumiger anpassen. Das ist die aufwendigste, aber beste Möglichkeit. Dafür musst Du im Mai/Juni, wenn der Fahrplanentwurf in der Vernehmlassung ist, eine Eingabe machen. Bei uns gibt es 2026 eine grössere Anpassung. Der Bus kommt ab dann einige Minuten früher am Bahnhof an. Bei wenig Verkehr hat man ein paar “überflüssige” Minuten Aufenthalt, was aber dank Kiosk und Sitzgelegenheiten nicht so schlimm ist. Dafür reicht es dann auch in der Hauptverkehrszeit immer.
Meine Meinung ist, dass der Fahrplan so gestaltet werden muss, dass die angegebenen Anschlüsse immer (> 95 %) erreicht werden. “Auf den nächsten Anschluss warten” ist nur in der Stadt praktikabel, wo das Tram alle sieben Minuten fährt.
Eine Postautoverbindung bei uns kam gemäss Daten von opendata.ch zwischen 17 und 19 Uhr in über einem Drittel der Fälle so spät am Bahnhof an, dass der Zug nicht mehr erreicht werden konnte. Da war es höchste Zeit für eine Überarbeitung des Fahrplans.