Hallo ralf_87
Ich teile deine Beobachtungen teilweise. WIssen muss man(n), verschmutzen tun die Züge nicht die SBB, sondern deren Reisende.
Früher wurden die Züge über Nacht gereinigt, dies ist heute nicht mehr so. Heute gilt die Bedarfsreinigung, die Züge werden mehrmals täglich gereinigt, die tägliche Reinigungsleistung wird mittels eines IT-Systems geplant, ausschlaggebend dafür sind die Laufleistung eines Wagens resp. Zuges und die Meldungen des Personals, das ausserordentliche Reinigungsleistungen zusätzlich anfordern kann. Die Tiefenreinigung findet nach einem geplanten Intervall in der Serviceanlage statt.
Früher wurde jeder Zug turnusgemäss gereinigt, ob nötig oder nicht. Diese teilweise unnötigen Reinigungsleistungen werden heute eingespart, resp. das Personal da eingesetzt, wo es die Züge wirklich nötig haben.
Mit der Zunahme der Reisenden sind die Züge heute viel öfter unterwegs, auch nachts. Es bleibt weniger Zeit an den Wende- und Abstellbahnhöfen, die Züge zu reinigen. Die immer längeren Züge finden nicht mehr in den üblichen Abstellanlagen Platz, weshalb sie oft auch in Abstellanlagen abgestellt werden, wo kein Reinigungspersonal vorhanden ist. Deshalb kann man heutzutage morgens nicht mehr in jedem Fall einen sauberen Zug antreffen/erwarten, da diese später am Tag gereinigt werden. Dazu kommt, dass es immer schwieriger wird, Personal zu finden, das in der Nacht Züge reinigt. Die Arbeit ist hart und man arbeitet gegen den eigenen Biorhythmus., alles für einen bescheidenen Lohn.
Als Zugpersonal stelle ich auch fest, dass die Reisenden in den letzten Jahren absolut gleichgültig wurden und ihren Abfall unbekümmert am Platz liegen lassen. Verschüttetes auf den Tischchen wird nicht mehr aufgewischt, halbvolle Bierdosen stehen gelassen, die dann in der Kurve umfallen und den Teppich oder Boden versauen. Würden die Reisenden rücksichtsvoller die Züge nutzen, wären sie auch sauberer.
Viele Grüsse
Roland