Auf der Fahrt von Luzern nach Sursee, am 7.2.26 um 15.30 Uhr, fand kurz vor Sursee eine laute Diskussion zwischen einem jungen Fahrgast (ausländischer Herkunft) und zwei Zugbegleitern (beides Schweizer) statt. Beide Parteien benahmen sich nicht korrekt, bzw. nicht respektvoll. Der Fahrgast hatte bereits im Vorfeld laut telefoniert und sein Ticket nicht unmittelbar auf Aufforderung gezeigt. Der erste Zugbegleiter schien sich dadurch provoziert zu fühlen und sprach den Fahrgast beim Zurückkehren (holte er seinen Kollegen zur Verstärkung?) in unangemessenem Ton und Wortwahl an. Beide Parteien wurden immer lauter und respektloser. Der zweite Zugbegleiter kam dazu, während der Fahrgast seinen Swisspass suchte. Beide Zugbegleiter spielten auf die Herkunft des Fahrgastes an und deuteten ihm gegenüber an, dass sie kognitiv und zahlenmässig deutlich in einer stärkeren Position sind. Im Wortwechsel fehlte von beiden Parteien der Respekt, beeinflusst unter anderem durch unterschiedliche Generation, Herkunft, Einstellung, hohe Emotionen, etc etc etc.
Mir ist völlig bewusst, dass die Zugbegleiter eine sehr herausfordernde Tätigkeit haben (welche selbst gewählt wurde?) und lange Arbeitstage mit oft sehr anspruchsvollen und fordernden Fahrgästen haben. Danke an dieser Stelle für Ihren täglichen Einsatz!
Trotzdem stelle ich das Verhalten der zwei Zugbegleiter in der beobachteten Situation in Frage. Mir kam es sehr provokant gegenüber dem Fahrgast vor, der sich entsprechend (mehr schlecht als recht) versuchte zu verteidigen, immer mehr in die Enge getrieben wurde und die (von den Zugbegleitern gewünschte?) erwartete - aggressive - Reaktion zeigte, was ihm die Zugbegleiter wiederum vorwarfen. Ja, der Fahrgast hat sich auch nicht korrekt verhalten. Herkunft und jugendliches Alter lassen fehlenden Respekt auch nicht entschuldigen. Seitens Zugbegleiter hätte ich aber eine weniger provokante Haltung erwartet. Ich stellte mir sogar die Frage, ob der Ältere (ca. 55J.) sich auch so verhalten hätte, wenn er nicht mit der Schützenhilfe seines Kollegen (ca. 35 J.) hätte rechnen können? Auch die Wortwahl des einen Zugbegleiters (“das sagen die Personen im Zug, nicht ich”) deckten sich nicht mit seinem respektlosen, passiv aggressiven Verhalten gegenüber dem Fahrgast.
Analysen solcher Situationen, Kommunikations-, Werte- und Verhaltens-Schulungen für das Team wären meiner Meinung nach sinnvoll und verpflichtend, damit solche Situationen nicht ausarten und für Personal wie auch Fahrgäste gefährlich werden.
Alles Gute und weiterhin sichere und gute Fahrtbegleitung!