Sehr geehrte Damen und Herren der SBB,
ich schreibe Ihnen nicht nur als Kundin, sondern als Mensch, der täglich mit den Herausforderungen des Lebens in der Schweiz kämpft.
Nicht jeder Mensch in der Schweiz ist reich. Es gibt viele Menschen wie mich, die hart arbeiten, jeden Tag früh aufstehen, zur Arbeit gehen und trotzdem am Ende des Monats kaum Geld übrig haben.
Die Realität ist: Der öffentliche Verkehr wird vor allem von Menschen genutzt, die sich kein Auto leisten können. Viele von uns sind auf Bus, Tram und Zug angewiesen, um überhaupt zur Arbeit zu kommen.
Ich habe selbst Situationen erlebt, in denen ich kein Geld für ein Ticket hatte. Ich wollte nie schwarzfahren, weil ich Angst vor einer Busse hatte. Stattdessen bin ich mehrere Stunden zu Fuss nach Hause gegangen – müde, erschöpft, nach einem langen Arbeitstag.
Es gab Zeiten, in denen ich kaum Geld für Essen hatte. In solchen Momenten muss man sich entscheiden: Kaufe ich etwas zu essen oder ein Ticket? Für viele Menschen ist das keine Theorie, sondern Realität.
Ich bitte Sie von Herzen, diese Realität zu sehen.
Wenn die Ticketpreise fairer und günstiger wären, bin ich überzeugt, dass viel mehr Menschen Tickets kaufen würden. Hohe Preise führen nicht zu mehr Einnahmen, sondern dazu, dass Menschen ausgeschlossen werden oder in schwierige Situationen geraten.
Ein Beispiel aus Deutschland zeigt, dass günstigere Angebote dazu führen, dass mehr Menschen ehrlich Tickets kaufen.
Ich verstehe, dass ein System finanziert werden muss. Aber ich bitte Sie, auch Menschlichkeit, Verständnis und soziale Verantwortung in Ihre Entscheidungen einzubeziehen.
Nicht jeder kann sich ein teures Abo leisten. Bitte denken Sie auch an die Menschen, die dieses System täglich am Laufen halten – Arbeiterinnen und Arbeiter, die trotz harter Arbeit finanziell kämpfen.
Ich hoffe sehr, dass Sie diese Rückmeldung ernst nehmen und sich für fairere Lösungen einsetzen.
Freundliche Grüsse