Ich habe heute eine Situation in einem SBB-Zug miterlebt, die mich ziemlich nachdenklich gemacht hat. (Zug von Lyss nach Bern. Ankunft in Bern 13:18 auf Gleis 49)
Ein Fahrgast war dabei, sich einen Joint zu drehen, woraufhin ein Security Mitarbeiter ihn darauf hingewiesen hat, dass das wegen des Geruchs nicht erlaubt ist. Soweit absolut verständlich. Regeln sind Regeln. Der Fahrgast schien es zunächst nicht ganz zu verstehen, was ja vorkommen kann.
Was mich allerdings gestört hat, war der Umgangston danach. Der Security fragte relativ schnell: „chasch du dütsch?“ und das gegenüber einem schwarzen Fahrgast. Später hat er ihn auch noch mit „Bro“ angesprochen. Das wirkte auf mich unangebracht und wenig respektvoll. So sollte man meiner Meinung nach nicht mit Fahrgästen sprechen.
Die Situation selbst war zu keinem Zeitpunkt wirklich eskalierend. Der Fahrgast wurde nicht laut. Umso weniger nachvollziehbar fand ich es, dass der Security so lange bei ihm stehen blieb und die Situation eher angespannt hat, anstatt sie ruhig und professionell zu klären.
Gerade in solchen Momenten erwarte ich von Sicherheitspersonal, dass sie deeskalierend handeln, ruhig bleiben und respektvoll kommunizieren..auch wenn sich ein Fahrgast vielleicht nicht sofort einsichtig oder verständlich zeigt. Natürlich war das Verhalten mit dem Joint nicht in Ordnung, aber der Umgang damit sollte trotzdem professionell bleiben.
Besonders die Aussage „chasch du dütsch?“ so früh im Gespräch fand ich problematisch. Statt direkt solche Annahmen zu treffen, hätte man einfach nochmal ruhig erklären können, worum es geht.
Insgesamt habe ich hier weniger das Problem in der Regel-Durchsetzung gesehen, sondern vielmehr in der Art und Weise, wie kommuniziert wurde. Da wünsche ich mir von der SBB mehr Sensibilität und Professionalität.