Am 27.05.2026 um 19:00 Uhr erhielt ich von der SBB eine E-Mail mit der Information, dass meine über die SBB gebuchte Reise von Bern HB nach Napoli Centrale am 28.05.2026 um 18:30 Uhr aufgrund eines 24-stündigen Streiks in Italien nicht durchgeführt werden kann.
Daraufhin ging ich am 28.05.2026 um 07:00 Uhr persönlich zum Reiseschalter in Bern. Nach über einer Stunde intensiver Suche nach einer Alternative, um mein Segelschiff in Neapel — Abfahrt am 30.05.2026 um 08:00 Uhr — doch noch rechtzeitig zu erreichen, musste die sehr freundliche Mitarbeiterin leider feststellen, dass keine sinnvolle Zugverbindung mehr möglich war.
Die Reise musste deshalb storniert werden. Zwar erhielt ich den Ticketpreis zurückerstattet, jedoch blieb ich anschliessend komplett auf mich allein gestellt, um eine Alternative zu organisieren. Schlussendlich blieb mir nichts anderes übrig, als kurzfristig einen Flug von Zürich nach Neapel für den 29.05.2026 zu buchen — mit Mehrkosten von rund 200 CHF.
Als ich am Schalter nachfragte, ob man mir als Halbtax-Besitzer wenigstens das SBB-Ticket von Bern HB zum Flughafen Zürich im Wert von rund 30 CHF aus Kulanz erlassen könnte, wurde dies abgelehnt. Man verwies lediglich darauf, dass ausschliesslich die ausgefallene Zugreise rückerstattet werde.
Was mich besonders enttäuscht:
Ich habe mich ganz bewusst für die nachhaltigere Variante entschieden und eine über 14-stündige Zugreise einem nicht einmal zweistündigen Flug vorgezogen. Nach all den Umtrieben und dem zusätzlichen Aufwand muss ich nun am Ende trotzdem fliegen.
Leider ist das nicht das erste Mal, dass ich bei der SBB das Gefühl habe, dass es im Umgang mit Kunden an Fingerspitzengefühl fehlt. Ich führe selbst ein Unternehmen und kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, weshalb man in einer solchen Situation nicht etwas kundenorientierter handelt. In meinem Fall hätte eine kleine Geste — beispielsweise die Übernahme des Tickets zum Flughafen — viel Verständnis und Goodwill geschaffen.
Gerade wenn man Menschen vom Flugzeug zurück auf die Schiene bringen möchte, sind genau solche Momente entscheidend. Umso mehr enttäuscht mich dieses Verhalten. Oft sind es kleine Gesten mit grosser Wirkung — doch genau dieses Fingerspitzengefühl scheint leider vielerorts verloren gegangen zu sein.
Wie seht ihr das?
Liebe Grüsse
Marc