Hallo zusammen
Ich möchte hier eine Erfahrung teilen, die für mich als Student und regelmässigen ÖV-Nutzer extrem frustrierend war – in der Hoffnung, andere davor zu warnen und vielleicht eine Antwort von den SBB-Moderatoren zu erhalten, ob das wirklich der Anspruch von EasyRide ist.
Die Situation:
Ich hatte eine Exkursion nach Zürich. Da ich ein OSTWIND-Abo besitze (auf dem SwissPass hinterlegt), nutzte ich EasyRide im guten Glauben an die “Bestpreis-Garantie”. Meine logische Annahme: Das GPS erkennt meine Route, zieht die bereits bezahlten OSTWIND-Zonen automatisch ab, und ich zahle nur das Anschlussbillett für die restliche Strecke.
Das Resultat:
EasyRide hat mir kommentarlos die komplette Strecke von Uzwil nach Zürich und zurück nach St. Gallen zum vollen Preis berechnet. Ich habe für meine eigenen Zonen also doppelt bezahlt.
Die Erklärung (Das Halteort-Prinzip):
Auf Nachfrage am Schalter und beim E-Mail-Support (Cases CS016449877 & CS016456658) wurde mir das “Halteort-Prinzip” zitiert. Weil ich in einem InterCity (IC) sass, der an der unsichtbaren Grenze meiner OSTWIND-Zone nicht physisch anhält, sei mein Zonen-Abo für diesen Zug komplett ungültig.
Warum das aus Kundensicht ein Albtraum ist:
Zonen sind geografisch: Ein Zonen-Abo deckt eine geografische Fläche ab. Wenn ich durch diese Fläche fahre, habe ich dafür bezahlt. Dass die Gültigkeit bei einer digitalen GPS-App davon abhängt, ob der Lokführer auf die Bremse drückt, ist absolut nicht intuitiv. Niemand liest vor der Nutzung von EasyRide hunderte Seiten Tarif-Dschungel.
“Bestpreis” als leeres Versprechen: EasyRide wirbt mit “Einfach einsteigen und sorglos fahren”. In der Realität ist es aber eine Falle, wenn man Verbundsabos hat und schnelle Züge nutzt.
Die Antwort des Supports: Der Kundendienst verweigerte jede Kulanz oder manuelle Anpassung. Der offizielle Ratschlag per Mail lautete wörtlich: Ich solle doch in Zukunft auf langsamere S-Bahnen oder Regionalzüge ausweichen, “um ein bisschen Geld zu sparen”.
Wir schreiben das Jahr 2026. Eine “smarte” SBB-App zwingt mich also dazu, meine Reisezeit künstlich zu verlängern, nur damit die Transportunternehmen (SBB und OSTWIND) ihre internen buchhalterischen B2B-Abrechnungen (wer bekommt welches Geld bis zu welchem Halt) hinbekommen? Das ist Realsatire.
Meine Fragen an die Community und SBB-Moderatoren:
Ist euch das auch schon passiert? Habt ihr gewusst, dass EasyRide hier zur Kostenfalle wird?
@SBBCFFFFS -Moderatoren: Ist das wirklich die kundenfreundliche Digitalisierung, die die SBB anstrebt? Und gibt es in solchen Fällen (wo der Kunde offensichtlich unabsichtlich in diese Tarif-Falle tappt) wirklich absolut keinen Spielraum für Kulanz?
Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
Freundliche Grüsse
Seitumer M.